Firma und Investment im Iran

Firma im Iran gründen

Investitionen und Joint Ventures im Iran

Die Gründung einer Firma iranischen Rechts ist teilweise mit Hürden versehen, die nicht immer offen zu Tage treten. Jedoch wird erwartet, dass sich die iranisch­deutschen Handelsbeziehungen schnell stark intensivieren.

Eine umfassende Beratung und Vorbereitung ebnet ihrem Unternehmen Wege und öffnet Türen.

Die Isolierung der Wirtschaft des Irans vom Welthandel und eine junge, fast 80 Millionen Einwohner umfassende Bevölkerung sind die Ursache für eine enorme Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen aller Art. Insbesondere die technische Ausstattung der Produktionsanlagen mit Maschinen und Fahrzeugen haben hohen Nachholbedarf.

Der Iran ist mit seiner industriellen Struktur hervorragend aufgestellt. Diese Struktur wurde über Jahrzehnte sehr stark von deutschen Unternehmen geprägt. Hieraus entstand eine bedeutende Affinität zu Deutschland und seinen Firmen.

Alleine Industrie und Bergbau erwirtschafteten 2015 etwa 37 Prozent des BIP. Der Anteil der deutsch-iranischen Handelsbeziehungen wird wohl innerhalb der nächsten Jahre auf bis zu EUR 10 Milliarden p.a. steigen.

Zwar verzeichnete die iranische Wirtschaft auf Grund des U.N.-Embargos jahrelang negative Wachstumszahlen, aber bereits 2014 lag das Wachstum bei 4,3% und für 2016 bei ca. 4,5%. Damit betrüge das BIP ca. EUR 410 Milliarden, vergleichbar mit dem BIP Polens oder Belgiens rund 0,8% am globalen BIP.

Die Ausfuhr (Exporte) aus Deutschland in die Islamische Republik Iran betrug 2016 rd. EUR 2,59 Milliarden.

Der Iran stellt seine Wirtschaft für die Zukunft gut auf. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung liegt bei nur 28 Jahren, und der Anteil gut ausgebildeter Fachkräfte ist hoch. Universitäten im Iran liegen auf vergleichsweise hohem Bildungsniveau und westlichen Standards.

Trotz der Isolierung durch die Sanktionen, hat sich im Iran eine eigene Wirtschaftswelt entwickelt, die funktionierende Strukturen aufweist.

Privatisierung der iranischen Wirtschaft

Um die Wirtschaft im Iran anzukurbeln, hat die Regierung in Teheran beschlossen, den Anteil privater Unternehmen deutlich zu erhöhen. Während die Wirtschaft zu fast 80% direkt oder indirekt durch Stiftungen staatsgeführt ist, soll dieser Anteil soll auf 20% abgeschmolzen werden.

All jenes sind günstige Ausgangspunkte, um im Iran zu investieren. Die Regierung zumindest ist um Unternehmer aus dem Ausland bemüht.

Wer kann im Iran investieren?

Wer langfristig mit seiner Firma im Iran investieren will, findet gute Ausgangsvoraussetzungen.

Eine gute Planung und eine fundierte Beratung sind aber unerlässlich. Oftmals ergeben sich auch Probleme aus kulturellen Unterschieden, die gemeistert werden sollen. Hierbei zählt das Wissen über die Wirtschaft vor Ort, aber auch über kulturelle Eigenheiten des Nahen Ostens. Dazu gehört auch ein Netzwerk starker Partner im Nahen Osten, insbesondere jedoch auch im Iran selbst und in Deutschland/Österreich.

Jeder Unternehmer der plant im Iran tätig zu sein, sollte sich grundlegende Fragen stellen:

  • Welche Produkten oder Dienstleistungen will ich in den iranischen Markt einbringen?
  • Welche wirtschaftlichen Perspektiven gibt es für mein Unternehmen?
  • Habe ich noch Behinderungen durch Sanktionen zu erwarten?
  • Will ich den Markteintritt mit meiner Firma alleine oder mit einem Partner im Iran unternehmen?
  • Wer wäre ein guter Wirtschafts-Partner für meine Firma?
  • Welche Rechtsformen eignen sich für Unternehmen im Iran?

Diese und weitere Fragen stellen sich einem Unternehmer, der den Markteintritt in den Iran überprüft.

Wie bekomme ich Zutritt zum iranischen Markt?

Wer langfristig investieren will und einen nachhaltigen Erfolg sucht, sollte sich der kulturellen Unterschiede und Marktmechanismen bewusst sein.

Der eigentliche Eintritt in den iranischen Markt ist auf verschiedenen Wegen möglich:

  • Gründung einer eigenen Gesellschaft iranischen Rechts
  • Joint Venture
  • Delegierten-Büro

Gesellschaft iranischen Rechts (Sherkat-e Sahami)

Eine Sherkat-e Sahami ist eine Aktiengesellschaft (AG) nach dem Handelsgesetzbuch. Daneben existiert die einer GmbH vergleichbare Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Sherkat-e Sahami ba Mass´uliat-e Mahud).

Die Aktiengesellschaft ist vergleichbar mit den AGen anderer Staaten mit monoistischen System. Wichtig zu wissen: die meistens gewählte private AG (Sherkat Sahami Khaas) darf den Namen des oder der Gesellschafter führen, ohne dass diese Vollhafter werden. Die private AG kann durch mindestens drei Gesellschafter gegründet werden. Das Stammkapital einer iranischen privaten AG beträgt ca. EUR 30.

Die Gründung einer iranischen „GmbH“ kann durch mindestens 2 Personen erfolgen, das Kapital kann jedoch nicht aufgeteilt werden. Die „GmbH“ eignet sich meist nur für kleinere Investitionen. 

Ein Joint Venture im Iran begründen

Ein Joint Venture (JV) ist im iranischen Recht nicht explizit geregelt. Ein JV wird als Gesellschaft bürgerlichen Rechts auf Basis des „Iranian Civil Code” gegründet oder nach Handelsrecht des „Iranian Commmercial Code” als AG oder GmbH gegründet.

Ein JV mit ausländischer Beteiligung ist bei der OIETAI zu registrieren. Tätigkeiten wie wie Import von Gütern oder Handelsaktivitäten ist eine Registrierung beim „Ministry of Industry, Mines and Trade” erforderlich. Hingegen muß ein Joint Venture nicht in das Handelsregister eingetragen werden.

Eine notarielle Beurkundung des Joint Venture ist nicht zwingend vorgeschrieben, aber zu empfehlen. Zwar müssen alle Dokumente in der Landessprache Farsi verfasst sein, sollten aber auch in Deutsch oder Englisch verfasst werden.

Repräsentanz

Das Delegierten-Büro oder die Repräsentanz ist – wie im deutschen Recht auch – kein eigenständiges Unternehmen sondern unselbständiger Teil des entsendenden Unternehmens.

Zweck ist die Förderung des Verkaufs der eigenen Leistungen und Produkte oder Kontaktanbahnung. Da die Repräsentanz nur von einer natürlichen Person dargestellt werden kann, wird hierzu in der Regel Mitarbeiter entsandt.

Sowohl Niederlassung als auch Repräsentanz müssen der zuständigen iranischen Behörde jedes Jahr einen Bericht ihrer ausländischen Muttergesellschaft vorlegen. Hierin müssen auch die jährlichen Finanzprüfungsberichte durch externe Prüfer im Heimatland enthalten sein.

Gerne beraten wir Sie, wie Sie ihre Firma im Ausland sicher und legal gründen.

Wir sind ein spezialisiertes Team von Unternehmensberatern, Steuerberatern und Rechtsanwälten, das sich auf die Firmengründung im Ausland ausgerichtet hat. Unsere Kompetenz ist es, legale und sichere Lösungen zu finden, die nachhaltig ihre Steuerlast senken.

Wir bieten Ihnen unsere Erfahrung bei Ihrem Engagement im Iran an. Lassen Sie sich beraten, wie Sie im Iran eine Firma gründen wollen oder dort ein Investment tätigen wollen.

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